Existenzängste

Wer kennt sie nicht?

Ich meine diese bösen, lähmenden, vernichtenden, bedrohlichen und düsteren Kopfmonster, die einem die Lebensqualität rauben können und einen in einer unsichtbaren Zwangsjacke gefangen halten – sie nennen sich EXISTENZÄNGSTE.

Fast fünf Jahrzehnte lang waren sie meine Begleiter und sie zeigten sich mal mehr und mal weniger groß, je nachdem wie wund manche Stellen in meinem Leben waren. Besonders in Lebenskrisen stellte ich mir immer dieselben Fragen wie z.B.:

  • Wo kriegst du bloß die Kohle her?
  • Wie sollst du nur den Alltag bewältigen?
  • Was ist, wenn du ernsthaft krank wirst?
  • Was ist, wenn das Auto oder sonstige teuren Gegenstände kaputt gehen?
  • Was ist…? Was wäre…? Und überhaupt…

Doch dann kam der Tag, an dem mir meine EC- und Kreditkarte entwendet wurden, was mir erhebliche Unannehmlichkeiten bescherte.

Dieser Tag war der Anfang einer unglaublichen Erlebniskette, die mich sehr tiefe und nachhaltige Erfahrungen machen ließ.

  • Ich fand eine Armbanduhr, die ich verkaufen konnte, nachdem sich beim Fundbüro keiner meldete.
  • Ich fand eine Geldbörse, die mir Finderlohn einbrachte.
  • Ich hatte Glück bei einem Gewinnspiel.
  • Mein Nachbar schenkte mir brauchbare Dinge für einen Trödelmarkt.
  • Es geschahen öfter kleine Unfälle an meinem Auto, wobei ich schuldlos war und einen guten finanziellen Ausgleich bekam.
  • Einige Job-Gelegenheiten boten sich mir.

Immer wieder gingen scheinbar „zufällig“ ganz viele Türen auf und mein Fokus veränderte sich. Ich ließ mich auf die Situation ein, zeitweilig kein bzw. wenig Geld zur Verfügung zu haben und somit „ganz unten“ zu sein, bis ich kapiert hatte, dass dies eine Illusion ist, ein Hirngespinst. Dieses Kopfmonster will gefüttert werden!

Entzieht man ihm allmählich seine Lebensgrundlage stirbt es.

Bei jeglichen Formen von Phobien braucht es jedoch Mut sich ihnen zu stellen, damit sie angeschaut und überwunden werden können. Loslassen ist etwas, was der Mensch am wenigsten kann. Hat man die Herausforderungen erfolgreich bewältigt, genießt man eine neue Freiheit, die man nie wieder aufgeben möchte.

In Gedanken gab ich meinen Existenzängsten eine Form – nämlich die eines riesigen Hinterns. In den brauchte ich nur noch rein zu treten.

So verwandelten sich im Laufe der Zeit meine Existenzängste in Exängste.

Es gibt sie, diese Quelle, die dich mit allem versorgt was du momentan brauchst.

Du musst sie nur anzapfen wollen.

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