Eine Liebeserklärung an die Nordsee

Ostfriesland-Reisebericht

Mit Vorfreude im Gepäck, der Kompass zeigt nach Norden, so rollen wir zum unzähligen Male mit dem PKW aus westlicher Deutschland-Richtung ins Land der Siele und Priele, ins Land wo Tee und Sahne fließen.

Ostfriesland – hier tankt man auf, hier nimmt man sich Zeit. Hier sind die meisten Häuser rot – rote Backsteine, rote Ziegel.

`Antenne Niedersachsen´ verkündet, dass das Wetter heute gut wird. Das hat hier seinen eigenen Kopp. Wetter super, Laune super – unser Summerflow stellt sich ein.

Unsere erste Station ist die Bärenstadt Esens. Hier trifft man z.B. den PillenBär und den FieBär an der Apotheke,
den VoBär an der Volksbank,
den PomBär an der Pommesbude,
den LightBär vor dem Elektro-Fachgeschäft,
den SeeBär vor Fielmann
oder
den WattenmärBär vor dem Reisebüro.

Mit diesen kreativen Werken machen diverse Künstler die Stadt bunt. Auslöser dieser schönen Idee ist das Esenser Stadtwappen, worin sich ein Tanzbär befindet. Will man sich nicht so viele Bären aufbinden lassen, dann verschwindet man besser im NaschBär in der Fußgängerzone. Hier lernt man Esens von seiner süßesten Seite kennen. Der NaschBär ist ein Spezialgeschäft für Süßwaren jeglicher Art, inklusive Gummibären. Man bekommt Lakritz aus neun Ländern in über 500 ! Sorten und in solch vielfältigem Angebot, dass sich die Regale biegen.

Wer kennt schon Lakritzkaffee oder Lakritzstreusel, Lakritzhonig oder Lakritzsenf?

Auch das Schokoladenangebot ist kaum zu toppen. Ob für Veganer, für Allergiker, ob mit Stevia, mit Speisehanf oder koscher – jeder wird fündig. Kinder dürfen sich sogar selbst ihre eigene süße Tüte zusammenstellen. Aber Vorsicht: Der SeifenBär ist im NaschBär integriert. Wenn man seine Kuchenattrappen vernascht, ist man ein Seifenopfer ;-))

Naschbär im Bärenhaus

Wo auch der Bär los ist, ist auf dem Schützenfest. Der steppt jedes zweite Juli-Wochenende von Freitag bis Dienstag. In Esens ist das größte Schützenfest Ostfrieslands, da hört man oft den Saufspruch:

„Nich lang schnacken, Kopp in´n Nacken!“ So mutt dat.

Will man seinen Alkoholpegel lieber ohne Kirmes ansteigen lassen, probiert man mal einen Rum-Cocktail im `Sturmfrei´ ( Café/Bar/Restaurant, Steinstr.38, Esens ). Der ist genau das Richtige für Selbstmordkandidaten. Er besteht aus zehn Sorten Rum, zusätzlich noch Brandy, Maracujasaft, O-Saft und Grenadine. Ich wusste gar nicht, dass es überhaupt so viele Sorten Rum gibt.

Eine fantasievolle Schmatzkarte und ein stylisches Ambiente bietet `Plietsch´

( Restaurant/Café/Bar/Hotel, Bahnhofstr. 20, Esens ).

Süßkartoffelfritten, grüne Majo, Pellemänner, Pfifferlingsalat, Veggieburger mit Sellerie-Feta-Bratling – klingt doch reizvoll, oder?

Auch die Terrasse kann sich sehen lassen. Von Bambuspflanzen umgeben kann man die Koi-Karpfen im Teich beobachten – also: Koi ahoi !

Keinen Hunger und es regnet? Dann empfiehlt sich vielleicht ein Besuch im Holarium. Man wird zwar nicht so braun wie im Solarium, aber immerhin bleibt man trocken. Das Holarium ist ein 3 D Museum, in dem sehr interessante und beeindruckende Hologramm-Ausstellungen gezeigt werden ( Kirchplatz, Esens ).

Kommt der Wetterfrosch wieder hoch, radelt man am Deich entlang und ist in circa 15-20 Minuten in Bensersiel. Von hier aus kann man übrigens nach Langeoog schippern. Das Lindner-Hotel `Feuerschiff´ ist dort sehr empfehlenswert. Es besticht mit gehobenem friesischen Charme, so segelt man perfekt in seine Entspannung hinein.

Nach Spiekeroog gelangt man ab Neuharlingersiel. Ein Fährticket oder eine Woche Strandkorbmiete wäre doch eine ideale Geschenkidee. Manche Leute verschenken Bänke, wie man auf Spiekeroog sehen kann. Mit Erinnerungsschildchen stehen sie geduldig an den Dünenwegen und warten bis jemand Platz nimmt, man kann hier gar nicht anders als entschleunigen.

Blauer Himmel von Spiekeroog

 

Das denken sich auch die Scharen von Zugvögeln, die alljährlich auf ihrem Weg in den Süden im Wattenmeer eine Flug-und Stärkungspause einlegen – satt aus dem Watt sozusagen. Beim Tee trinken schaue ich gerne in die Flutwellen, die den großen matschigen Teppich überdecken und die so aussehen wie die Sahne, die sich in der Tasse verteilt. Die klare Meeresenergie lässt trübe Gedanken gar nicht erst aufkommen und trübe Tassen gibt´s an der Nordsee sowieso nicht.

Was haben das Wattenmeer und die Niagara-Fälle gemeinsam? Sie gehören beide zum UNESCO-Weltkulturerbe. Watt´n, dass?

Spiekeroog´s `Cirkus Tausendtraum´ veranstaltet u.a. Artisten-Workshops und Mitmachaktionen, das Programm findet man am Aushang. Anregungen für Urlaubsaktivitäten bekommt man überall mehr als genug, aber am liebsten erkunde ich die Insel per pedes. Ohne Plan, einfach überraschen lassen. Die bilderbuchartige Dorfidylle wirkt noch lange nach einem Spiekeroog-Besuch, sie wirkt wie ein Anker in stressigen Phasen – ein Gedanke daran genügt.

Im Ossiland gibt es einen Urlauberbus, der einen günstig durch die Gegend befördert. Das Ticket kostet pro Kopf nur zwei Euro. Unter den Busfahrern entdecke ich zufällig ein Double von Rötger Feldmann, dem Zeichner der Comicfigur WERNER. Diese Ähnlichkeit ist wirklich erstaunlich!

Nachdem wir alle Ecken abgegrast haben wie die Kühe auf der Wiese, die manchmal so aussehen als ob sie das Gras geraucht hätten, halten wir Wellness für angebracht. Für alle Calorien-Intoleranzler: Besser mehr sunrise als Milchreis ;-))

Und nicht so oft nach Caloriensiel fahren ;-))

In der `Nordseetherme´ Bensersiel steht eine freundliche Waage, die zeigt fünf Kilo zu wenig an. Die `Nordseetherme´ ist Saunawelt und Erlebnisbad.

Sauna-Landschaft, Schwimm-und Fitnesscenter ist das `Badewerk´ in Neuharlingersiel, ausgezeichnet mit fünf Medical Wellness Stars. Es ist bestens geeignet für hohe Ansprüche, hier weiß man wie gelebt wird.

Um beim hohen Niveau zu bleiben – ein guter Tipp an dieser Stelle: Das `Regina Maris Hotel´ in Norden-Norddeich. Es zählt zu den beliebtesten Hotels weltweit und ist mehrfach ausgezeichnet mit dem Schlemmer-und Schlummerpreis ( Badestr., Norden-Norddeich ). Auch wenn man kein Hotelgast ist, kann man hier fürstlich essen und trinken. Das Frühstücksbuffet von 8 – 10.30 Uhr ist als Start in den Tag sehr zu empfehlen, kein Fango ohne Mango.

Im (ge)zeit(en)losen Streifenlook machen wir einen Walk in the Watt. Im Schlick bekommt das Wort Schlam(m)pe eine völlig gesunde Bedeutung. Wir schauen verspielt den vielen tanzenden Drachen am Himmel zu. Die Zeit verfliegt, aber der Pilot ist man selber. Norddeich´s Drachenfest ist ein Kulttreff für In-und Ausländer. Viele Familien kommen angereist, um die neuesten und außergewöhnlichsten Modelle zu bewundern. Drachensteigen am Nordsee-Strand bedeutet Seelenentspannung pur. Als Höhepunkt gibt es eine Nachtshow, bei der beleuchtete Drachen fliegen.

Auf dem nahegelegenen Campingplatz `Nordsee-Camp´, mitten am Deich

( Deichstr., Norden-Norddeich ), hat man eine Bleibe der besten Wahl und kann bei klarer Sicht sogar nach Norderney rüber gucken. Dienstags, bei relativ gutem Sommerwetter, veranstaltet das Team vom Restaurant `Funkenpuste´ vor dem Camp immer eine 1 Euro-Party, alles kostet dann nur 1 Euro.

In Ostfriesland findet man sehr viele urgemütliche und traditionelle Teestuben. Ein richtiger Ossi schlürft circa 20 Tässchen am Tag – drei Tassen sind Ostfriesenrecht, so heißt es. Ich glaube, die Fische in der Nordsee würden am liebsten auch Tee trinken.

Unsere Favoriten unter den Teestuben:

–       Störtebeckers Teestube in Marienhafe ( Am Markt 27 ) ist eine historische Teestube, eingerichtet mit viel Liebe zum Detail. Hier wird nach Oma´s Rezepten gebacken und die Bedienung trägt Trachten.

–       Teestube in einer der Greetsieler Zwillingsmühlen.
Hier bekommt man auch leckere kleine Gerichte und Pfannkuchen aus Vollkornmehl.

–       `Poppinga´s alte Bäckerei´ ist heute eine Teestube, die auch an eine Puppenstube erinnert. Auf mehreren Etagen kann man Tee trinken und im ebenerdigen Shop auch kaufen. Unbedingt hin! Direkt am Greetsieler Hafen.

–       Mühle in Ostgroßefehn ( Kanalstr. Nord 82, Großefehn )
Teeklatsch mit Mühlenambiente, Scheunenhotel und Bildergalerie

–       Teediele Esens ( Am Markt 1A, Esens )
Man sitzt in einer alten Scheune, umgeben von altertümlichen und landwirtschaftlichen Dingen. Auch prominente Gäste waren hier zu Besuch.

Mehr über die ostfriesische Tee-Tradition kann man im Teemuseum in Norden erfahren ( Am Markt 36, Norden ). Dort hat man auch die Möglichkeit eine Tee-Zeremonie mitzuerleben.

In Aurich gibt es übrigens eine Teestraße. Tee ist eben mehr als ein Getränk und das Ossiland immer wieder ein Geschenk.

Fantasiereise „Teatime – Entspannung aus der Kanne“

Du kommst nach einem langen anstrengenden Tag nach Hause und bist noch etwas angespannt von der Arbeit. Du gehst in die Küche, nimmst den Wasserkocher, füllst Wasser hinein und lässt es kochen. Dampf steigt auf und du hörst es brodeln. Du öffnest die Teedose, der herrliche Duft erreicht deine Nase. Du gibst den Tee in die Kanne und gießt das Wasser hinzu. Der wunderbare Geruch durchströmt die ganze Küche. Du holst dir eine Tasse und nach ein paar Minuten schenkst du ein. Du umklammerst die Tasse und führst sie zum Mund.  Du nimmst einen Schluck und genießt den aromatischen Tee, Schluck für Schluck. Langsam verbreitet sich die angenehme Wärme in deinem Körper. Ganz wohlig ist dir nun und du spürst die entspannende Wirkung des Tees.

Zufrieden lehnst du dich zurück…

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